Nachdem ich nicht mehr fliegen muss …

… und es heute nicht mehr ganz so heiß war, habe ich mich wieder an eine Ganztagesradeltour gemacht. Eigentlich wollte ich nur bis zur Klausenbergalm, aber als ich da oben war schien mir die etwas wenig für den Tag. Eingekehrt bin ich, ein Alkoholfreies geht immer, mit der Wirtin konnte ich mich nett unterhalten. Sie hat mir die ganze Alm gezeigt, die sie und ihr Mann die letzten Jahre in Eigenleistung hergerichtet haben. Die Alm ist jetzt komplett autark, hat das Dach voller PV-Module, einen genau so großen Speicher, nur für den Fall, der kaum vorkommt, ein Dieselaggregat. Eine eigene Quelle hat sie auch, diese wird natürlich regelmäßig geprüft. Die Wirtin sagte mir, dass es bei schönem Wetter super läuft, leider kommen dann manchmal aber auch zu viele Gäste, was zu größtem Stress führt. So ist das halt.
Mein zweites Ziel war der Wilde Kaiser und zwar das Kaiserbachtal hoch zur Fischbachalm. Ist eine Mautstraße, fährt sich mit dem Rad sehr angenehm und kostet damit auch nichts. Einsam ist man da oben nicht, aber jetzt während der Woche war es gut auszuhalten. Hatte einen netten Gesprächspartner, der war zufällig genau so alt wie ich, er kam vom Campingplatz in Kössen, wo sein Wohnmobil stand. Vor ein paar Jahren ist ihm die Frau gestorben, jetzt ist er leider alleine unterwegs. So kann es gehen, ist nicht selbstverständlich, dass man gemeinsam alt wird und dabei auch noch etwas unternehmen kann. So gesehen war ich mit dem Tag sehr zufrieden, habe ihn ziemlich ausgereizt mit 68,8 km und fast 1.000 hm.
Zum Ausklang habe ich mir heuer zum ersten Mal den Zeller See gegönnt, war sehr angenehm, allerdings fehlt halt inzwischen überall Wassernachschub. Am Wochenende soll endlich Regen kommen, hoffentlich kommt er wirklich.

Schwere Entscheidung …

… was soll ich mit dem schönen Wetter anfangen? Fliegen, eher nicht, da ist die Luft bei mir inzwischen etwas raus. Für Modellfliegen war das Wetter fast zu schade. Was bleibt: eine schöne Tour mit dem Rad!
Mit Komoot geplant wollte ich mal zur Frankenalm. Erst hoch zum Masererpass, dann rüber, grobe Richtung Taubensee. Irgendwie schaffe ich es jedoch noch nicht, Komoot genau zu verstehen, bzw. die Wegbeschreibung richtig zu lesen. Jedenfalls war es mir eigentlich deutlich zu steil und natürlich war auch ein Singletrail durch den Wald mit dabei. Ginge ja noch mit Schieben, aber am Einstieg und Ausstieg ein Stacheldrahtzaun zum Drüberheben! Mit E-Bike echt Mist, wobei ich meinen Akku und das Gepäck leicht wegbauen kann und somit beim Heben nur noch ein “fast normales” MTB bleibt. Aus dem Wald raus hat mir ein Wanderer geholfen, zu zweit war es leichter.
Nach dem Waldstück ging es erst mal runter, bevor der Endanstieg zur Frankenalm folgte. Die Alm ist nett gelegen, sehr gepflegt und es gab guten Kaffee mit Kuchen. Eigentlich hatte ich ja die Leberkässemmel vom Meineke dabei, die muss ich einfach mitnehmen, wenn ich durch Oberwössen fahre. Aber der Almbauer und seine Frau müssen auch leben, man freut sich, wenn es die bewirtschafteten Almen überhaupt noch gibt. Jedenfalls kann ich die Frankenalm empfehlen, teuer ist es halt leider inzwischen überall.
Eigentlich wollte ich nach der Alm noch ein Stück hoch und dann runter nach Oberwössen. Aber in Österreich gibt es manchmal Almbauern, die krass etwas gegen MTB-Radler haben, warum auch immer. Jedenfalls habe ich mir vom Frankenalmbauern sagen lassen, dass da wohl eine quasi Schleuse käme, die mit einem Rad schlicht nicht überwindbar ist. Krass! Aber ich habe trotzdem einen schönen Weg zurück gefunden. Zwar erst mal wieder runter und dann wieder hoch, aber gut zu fahren und natürlich teilweise auch zu schieben, geht halt nicht anders. Die Abfahrt nach Oberwössen runter dann ein Genuss, vorbei an den Klettermädels.
Insgesamt waren es 22,3 km mit 680 hm (330 Wh Akku verbraucht), wobei viele Abschnitte mit > 15 % dabei sind. In Summe sehr schön gewesen, aber die nächste Tour muss wieder etwas gemächlicher und altersgerechter werden!